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Klimaflüchtlingslager im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens aufgebaut!

Juni 23, 2009

Und hier noch Infos von einer Aktion am Abschiebe-Flughafen Frankfurt:

Vorbeikommende Fluggäste und Beschäftigte staunten nicht schlecht, als gestern/Freitag nachmittag im Terminal 1 eine größere Reisegruppe ihre Rollkoffer und “Kanak Attak”-Tüten auspackte und rund 150 Minizelte vor der Abflugtafel im Bereich B plazierte. Bereits am Vortag war das Klimaflüchtlingslager des Künstlers Hermann Josef Hack mit 600 Zelten in voller Größe in der Offenbacher Innenstadt aufgebaut worden, und am Abend hatten etwa 70 Interessierte das Diskussionsforum unter dem Titel Klima, Flucht, Flughafen besucht. Warum das Klimaflüchtlingslager dann am Frankfurter Flughafen Station machte, wurde den Umstehenden in zweisprachigen Flyern mit folgendem Text zu vermitteln versucht.

Klimaflüchtlingslager

Der Klimawandel macht schon jetzt über 25 Millionen Menschen weltweit heimatlos. Klimaflüchtlinge sind Menschen, die aufgrund von Dürre, Überflutung und anderen Umweltkatastrophen ihre Herkunftsländer verlassen müssen. Wir, in den wohlhabenden Regionen, haben durch unseren Lebensstil dazu beigetragen, dass es die Ärmsten am härtesten trifft. Ist es da nicht ihr Recht, für sich und ihre Familien ein sicheres, besseres Leben zu suchen? Und unsere Pflicht, diejenigen aufzunehmen, die alles verloren haben? Stattdessen werden jeden Tag 10 bis 15 Menschen gegen ihren Willen vom Frankfurter Flughafen aus abgeschoben. Die militärische Auf-rüstung der EU-Außengrenzen hat jedes Jahr Tausende ertrunkener Bootsflüchtlinge zur Folge. Wie wird unsere Welt aussehen, wenn sich die Migrationsbewegungen unter dem Eindruck des Klimawandels weiter verstärken? Werden die Grenztruppen das Feuer auf Flüchtlinge eröffnen?

Mit seinem Klimaflüchtlingslager macht der Künstler Hermann Josef Hack das Schicksal der bis zum Jahr 2050 auf über 200 Millionen geschätzten Klimaflüchtlinge sichtbar. Seine Mini-Zelte standen schon vor dem Reichstag, dem Brandenburger Tor, in Dresden, Leipzig und anderen Städten, demnächst in Hannover, London und New York. Nur wenn wir jetzt den Klimawandel stoppen, werden wir die absehbare Katastrophe verhindern! Nicht Abschiebung und Ausgrenzung können die Lösung sein, sondern gemeinsamer Einsatz gegen den Klimawandel und Hilfe für alle, die bereits fliehen mussten.

Weitere Informationen:
www.hermann-josef-hack.de
www.aktivgegenabschiebung.de

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KlimaaktivistInnen kündigen Schwarzfahren an – Gegenstrom Hamburg: “Freie Fahrt fürs Klima heißt kostenloser HVV – das ganze Jahr”

Juni 23, 2009

Hier eine Pressemitteilung zu einer Aktion, die letzte Woche in Hamburg stattgefunden hat:

Am Donnerstag, den 18.6. haben KlimaaktivistInnen unter dem Motto “Freie Fahrt für`s Klima” für einen kostenlosen HVV protestiert. Die als Piraten verkleideten AktivistInnen “enterten” eine Fähre des HVV und erklärten sie zum ticketfreien Gebiet. Die Schwarzfahraktion war im Vorfeld öffentlich angekündigt worden.

Um 16 Uhr sammelten sich immer mehr als Piraten verkleidete Menschen auf der Fußgängerbrücke vor der S-Bahnstation Landungsbrücken. Kurze Zeit später machten sich über 50 der Piraten auf zum Schwarzfahren. Doch statt wie erwartet in die Bahn-Station einzubiegen stürmten sie die Treppen zu den Landungskais herunter und enterten eine HVV-Fähre. Dort wurde ein Transparent “HVV UMSONST – für immer” entrollt.

Bevor es zu einer Konfrontation mit der sichtlich überforderten Polizei kommen konnte, beendeten die Aktivistinnen die Aktion wieder und zerstreuten sich in alle Winde, ohne dass es zu Festnahmen oder
Personalienfeststellungen gekommen wäre.

“Man muss bei einem solchen Aufruf damit rechnen, dass die Hochbahnwache in diesem Gebiet verstärkt kontrollieren wird”, hatte HVV- Sprecher Christoph Kreienbaum noch im Vorfeld in der MOPO gedroht. Doch von dem Entern der Hafenfähre waren Kontrolleure und Polizisten völlig überrascht. “Unterschätze niemals einen Piraten!” belehrt Jens Fischer, Sprecher von Gegenstrom Hamburg den HVV.

Dabei richte sich die Aktion nicht gegen den Verkehrsverbund. “Wir wollen das der HVV gestärkt wird” so Fischer. “Der HVV Klimatag am 21. Juni weist in die richtige Richtung. Freie Fahrt für’s Klima brauchen wir aber jeden Tag. Hamburg muss ernst machen mit Klimaschutz und Schluss mit dem Autowahn. Um das Recht eines jeden auf Mobilität zu garantieren braucht die Stadt einen kostenlosen HVV. Im reichen Hamburg sind viele Erwerbslose und Arme ausgeschlossen vom gesellschaftliche Leben, einzig und allein weil sie sich die horrenden Ticketpreise nicht leisten können. Dabei werden Millionen aus Steuergeldern ausgegeben, damit sich Luxusschlitten und LKWs durch die Stadt drängeln können”.

Die Schwarzfahraktion fand im Rahmen des Aktionstages “Ziviler Ungehorsam” als Teil des Bildungsstreiks statt. Viele protestierende SchülerInnen und Studierende beteiligten sich. “Der Forderung nach freiem und kostenlosen Zugang zur Bildung können wir uns nur anschließen. Klimaschutz heißt auch über den eigenen Tellerrand zu schauen und die dramatischen Veränderungen als soziales Problem zu begreifen.” so Fischer.

Außerdem gab es dazu Presseberichte:
Phantasievoller Coup (taz)
Proteste gegen Bildungspolitik (MoPo)

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Aktivist/innen blockieren Klimaverhandlungen in Bonn

Juni 18, 2009

AktivistInnen des Klima!Bewegungsnetzwerks haben heute morgen den Eingang zum Maritim-Hotel in Bonn blockiert, in dem zur Zeit die Verhandlungen für ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll stattfinden. “Das Kyoto-Protokoll ist Teil des Problems und nicht der Lösung. Es hat profitable Märkte für Emissionshandel geschaffen, während der globale CO2-Ausstoß weiter steigt.”, erläutert Aktivistin Kim Hagen.

Vor Beginn der heutigen Verhandlungen blockierten die AktivistInnen mit einem Banner den Eingang zum Hotel, bis sie von UN-Beamten abgedrängt wurden. Die Aufschrift des Banners lautete “Don’t trade off climate! – CDM = Colonial Destruction Management”.

Insbesondere die neoliberalen “flexiblen Mechanismen” des Kyoto-Protokolls ermöglichen es den Hauptverschmutzern, ihre ohnehin lächerlich geringen Reduktionsvorgaben noch zu umgehen. Gleichzeitig bedrohen Projekte des “Clean Development Mechanism” die Rechte und Lebensgrundlagen von Indigenen, die etwa für Forstprojekte von ihrem Land vertrieben werden. Bestehende koloniale Ausbeutungsstrukturen werden dadurch verschärft. “Hier werden falsche Lösungen für den Klimawandel auf dem Rücken derer ausgetragen, die ihn am wenigsten verursacht haben.”, so Kim Hagen weiter.

Das Klima!Bewegungsnetzwerk fordert dagegen eine grundlegende soziale Wende. “Nötig ist ein Bruch mit dem kapitalistischen Wachstumszwang. Klimaschutz muss gegen die Interessen mächtiger Konzerne erkämpft werden.” erklärt Kim Hagen.

Die heutige Aktion war der Auftakt für die Proteste gegen den COP15-Gipfel im Dezember. Das Klima!Bewegungsnetzwerk kündigt an, den Gipfel in Kopenhagen massiv zu stören. “Die Zeit des Wartens ist vorbei.”, so Kim Hagen.

Das Klima!Bewegungsnetzwerk ist aus dem ersten deutschen Klimacamp im Sommer 2008 in Hamburg entstanden. In immer mehr Ländern wächst mit den Klimacamps eine Klimabewegung von unten.

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Climate Action Summer Europe – ein Fahrplan

Juni 17, 2009

Internationales Vorbereitungstreffen zum Klimagipfel in Kopenhagen im
Dezember: 18.-21.6., Kopenhagen, http://www.climateaction09.org/

Squat Tempelhof, Flughafenbesetzung in Berlin, 20.6.,
http://tempelhof.blogsport.de/

Fahrradkarawane von Hamburg zum Klimacamp in Kopenhagen: 5.7.-12.7.,
http://cyclingforchange.blogsport.de/

Klimacamp in Kopenhagen: 11.7. – 19.7., irgendwo an der Kueste bei
Kopenhagen

Schweizer Klima – Workshop – Festival, 12.7.-19.7., nahe Bern;
http://www.netzwerkzeug.org/

Sommercamp im Wendland, 16.-26.7., Gedelitz http://wendlandcamp.de/2009/

Saving Iceland Aktionssommer ab 18.7., http://savingiceland.puscii.nl

(Anti-)Nuclear Climate Camp in Finland: 20.7. – 26.7.,
http://www.nuclearfreefinland.org/

Hollaendisch-Belgisches Klimacamp, bei Antwerpen, 2.8.-9.8.,
http://www.klimaatactiekamp.org/

Scotland Climate Camp, 3.8.-10.8., http://climatecampscotland.org.uk

Frankreich Camp Climat gegen Flughafenneubau bei Nantes, 3.8.-10.8.,
http://avenirclimat.info/index.php, http://acipa.free.fr/

Climate Camp in South Wales, 13.8.-16.8., http://climatecampcymru.org/

Klimacamp Rhein-Main, 14.8. – 23.8., Kelsterbach,
http://klimacamp2009.blogsport.de/

Climate Camp in Ireland, 15.8. – 23.8., http://www.climatecamp.ie/

UK Climate Camp in der Londoner City, 27.8.-2.9, http://climatecamp.org.uk

28.8.-5.9. Anti-atom-treck nach Berlin zur Bundesweiten Anti-atomdemo
Mal richtig abschalten! (5.9.), mit linksaktivistischem klimablock!;
http://www.anti-atom-treck.de/

… immer gut fuer klimaaktionsinfos hierzulande:

www.klima.blogsport.de
www.rising-tide.de
www.gegenstrom.net
und
www.climateaction09.org

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Mit dem Fahrrad für ein ganz anderes Klima – auf nach Kopenhagen!

Juni 16, 2009

Passend zum Verkehrs-Aktionstag, den es in Bremen gegeben hat:

Der fossile Kapitalismus hat ausgedient. Die Folgen von Wirtschaftskrise und Klimawandel sind nicht mehr zu ignorieren und treffen zuallererst die armen Regionen des globalen Südens, führen dort zu Vertreibung, Flucht und Ausbeutung.

Um Gegenperspektiven zur herrschenden Klimapolitik aufzuzeigen, findet unter dem Motto „cycling for change!“ von Hamburg aus eine Fahrradkarawane zum Klimacamp in Kopenhagen statt. Die Tour wird von allen Teilnehmenden gemeinsam organisiert werden; wir werden auf dem Weg Veranstaltungen und Aktionen durchführen, solidarisch leben, diskutieren und feiern. Meldet euch jetzt an, kommt mit und macht das Fossil platt!

Hamburg-Kopenhagen // 4.-12.Juli // www.cyclingforchange.blogsport.de

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Wir lassen uns Klimaschutz nicht verbieten!

April 28, 2009

Vor wenigen Tagen ist eine Online-Aktion gestartet worden, um gegen die Kriminalisierung der Proteste gegen das Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg im Rahmen des Klimacamps zu protestieren. Die Kampagne ausgekohlt hat einen Appell an Vattenfall gerichtet, der den Konzern auffordert, die Strafanzeigen gegen die Baustellenbesetzer_innen vom 20. August letzten Jahres fallen zu lassen und den Bau des Kraftwerks einzustellen.

Dieser Appell kann nun mit wenigen Klicks an das Management und die Kundencenter von Vattenfall geschickt werden. Und als kleines Bonmot gehen die Emails auch noch an die schwedische Regierung und den schwedischen König als Eigner von Vattenfall!

Deswegen: Jetzt Vattenfall die Meinung sagen. Wir lassen uns Klimaschutz nicht verbieten – erst recht nicht von Vattenfall!

http://ausgekohlt.net

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BUKO Kongress 32: “Under Construction – Transformationen in Zeiten der Krise”

April 23, 2009
21.05. - 24.05.09
Ort: Lüneburg

Den Transformationen in Zeiten der Krise nähern wir uns auf dem 32. Kongress der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) anhand dreier Themenfelder: der herrschenden Weltwirtschaftskrise, dem Klima sowie der Bildung. Die Perspektive ist die auf Alternativen, auf Widerstand und Bewegung. Mit dem BUKO32 möchten wir der oberflächlichen Interessenharmonie und der damit einhergehenden Alternativlosigkeit gegenwärtiger gesellschaftlicher Veränderungen begegnen. Wir wollen emanzipatorische und internationalistische Alternativen sichtbar machen. Sie existieren in vielfältiger Form und lassen sich klar definieren und abgrenzen. Wir laden Euch herzlich ein, Euch diesen Alternativen in einer Vielzahl anregender Workshops und in Gesprächen anzunähern und sie zu diskutieren.

Im Schwerpunktbereich Weltwirtschaft soll es um die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf die konkreten Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen, insbesondere in den Ländern des globalen Südens und Osteuropas gehen.

Im Schwerpunkt zu Klimawandel stellen wir uns der Frage, welche Realitäten – Macht-, Geschlechter- und/oder Nord-Süd-Verhältnisse – den Klimawandel erzeugen und umgekehrt, welche neuen Bedingungen und Verhältnisse der Klimawandel schafft. Wo kritisieren soziale Bewegungen diese Realitäten und welche Forderungen stellen sie hinsichtlich eines sozialen Wandels? Auch wenn viele Linke sich dem „Klimawandel“ bisher nur zögerlich zuwenden, so viel ist klar: Herrschaftskritische, emanzipative Bewegungen werden nicht umhin kommen, sich damit zu beschäftigen. Klimawandel ist kein Ein-Punkt-Thema für Öko- und Natur-Interessierte, sondern Ausdruck einer umfassenden Krise gesellschaftlicher (Natur-)Verhältnisse. Wir möchten den Blick auf die Unterschiede in der Verantwortung für den Klimawandel und in den Auswirkungen auf die lokalen Verhältnisse richten. Gleichzeitig stellen wir die Frage nach Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten von Bewegungen: Wo gleichen sich Forderungen und Analysen sozialer Bewegungen im globalen Norden und Süden bzw. wo gehen sie von anderen Grundsätzen aus oder widersprechen sich gar? Wie also können linke klimapolitische Praxen „von unten“ fern der marktorientierten „Krisenlösungen“ aussehen?

Nähere Informationen: http://www.buko.info/schwerpunkte/klima/

Programm: http://www.buko.info/programm/workshops/

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PM: Gegenstrom zum Prozess

März 27, 2009

Pressemitteilung Gegenstrom08

Hamburg, 25.03.2009

##Bußgeldverfahren gegen Klimaaktivistin eingestellt – Gericht drückt sich vor Feststellung der Rechtswidrigkeit##

Zur heutigen Einstellung des Bußgeldverfahrens gegen die Klimaaktivistin Chris Wolterink durch das Amtsgericht Hamburg erklärt die Aktion Gegenstrom08:

Das Amtsgericht Hamburg hat heute ein Bußgeldverfahren wegen “Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz” gegen eine Klimaaktivistin eingestellt. Sie hatte sich im August 2008 an einer Kundgebung vor der Kraftwerksbaustelle in Moorburg beteiligt, die von der Polizei aufgelöst wurde. Wie etwa 50 andere AktivistInnen sollte sie deshalb ein Bußgeld von 123,50 bezahlen.

Beim heutigen Verfahren wurde nochmals deutlich, dass die Auflösung der Gegenstrom08-Kundgebung vor der Kraftwerksbaustelle in Moorburg im vergangenen August rechtswidrig war. “Die Argumentation der Polizeibeamten, die Kundgebung hätte ‘keinen Versammlungscharakter’ mehr gehabt, war völlig absurd.” so Felix Pithan von Gegenstrom08.

Das war auch dem Gericht klar – das Verfahren wurde eingestellt, so dass die Rechtswidrigkeit der Versammlungsauflösung nicht im Urteil festgestellt werden musste. Eine klare Niederlage für Staatsanwaltschaft und Polizei, die den KlimaaktivistInnen aber nicht ausreicht: “Nachdem unsere Einsprüche zurückgewiesen wurden und die Staatsanwaltschaft den Fall vor Gericht gebracht hat, hätte ich heute zumindest eine inhaltliche Entscheidung erwartet.”, so die Angeklagte Chris Wolterink.

Die will der damalige Kundgebungsanmelder nun auf anderem Weg herbeiführen. “Da sich das Gericht hier um eine Aussage zur Rechtswidrigkeit der Auflösung drückt, planen wir eine Fortsetzungsfeststellungsklage.”, erklärt Felix Pithan. “Diese rechtswidrige Praxis der Hamburger Polizei muss politisch, aber auch juristisch in die Schranken gewiesen werden.”

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Moorburg: Richterin drückt sich vor klarer Entscheidung

März 25, 2009

Heute fand schon wieder ein Prozess in Hamburg wegen der Aktion am Mittwoch des Klimacamps statt – diesmal gegen eine Aktivistin, die sich an der angemeldeten Demo vor dem Baustellengelände beteiligt hatte. Mit Erfolg: Der Bußgeldbescheid über 126 Euro wurde aufgehoben!

Vor dem Prozess und vor dem Gerichtsgebäude fand eine Aktion unter dem Motto “Musik ist Politisch” statt, da die Demo am 20. August aufgelöst worden war, weil nur noch Musik gespielt worden sei. Dass noch mehrere Personen die Baustelle besetzt hielten und Solidarität mit dieser Aktion ausgedrückt werden sollte interessierte damals den Polizeibeamten Dudde nicht, der die Versammlung kurzerhand auflöste – er wollte wohl nach Hause zum Abendessen.

Bei der Aktion spielte eine Sambaband, Leute hielten Gegenstrom08-Transparente hoch und mussten sich dabei an die lächerliche Auflage der Polizei halten “den Staat nicht zu stören”, indem sie zu laut für Prozesse in dem Gebäude waren. (Text der wirklich lächerlichen Anmeldungsbestätigung unten.) Zur Unterstützung waren deutlich mehr Zuhörer_innen gekommen, als in den Gerichtssaal passten und erst nach einer Verhandlungspause erlaubte die Richterin, dass alle Menschen in den Saal dürfen.

Vor Gericht sagten zwei Polizisten aus, die im Rahmen der Demonstration anwesend waren. Einen politischen Charakter der Demo hätten sie zum Zeitpunkt der Auflösung nicht mehr gesehen – und dabei offenbar die Fronttransparente übersehen. Die Staatsanwaltschaft war gar nicht erst zum Prozess gekommen, nahm das Verfahren also auf die leichte Schulter – das erhöht die Chancen, dass alle weiteren Verfahren fallen gelassen werden.

Gleichzeitig duckte sich die Richterin aber weg: Zwar ging sie offensichtlich der Frage nach, ob die Demoauflösung rechtmäßig war, hörte den Anmelder der Demo aber gar nicht mehr an. Stattdessen entschied sie einfach, das Verfahren einzustellen, weil sie ein Bußgeld für nicht angemessen hält – die Frage der Rechtmäßigkeit blieb also ungeklärt. Nachteil: Damit müssen die Anwaltskosten von der Angeklagten getragen werden.

Die Organisatoren haben sich inzwischen festgelegt: Wird auch in den folgenden Verfahren nicht festgestellt, dass die Versammlung rechtswidrig aufgelöst wurde, werden sie vor das Verwaltungsgericht ziehen und die Stadt Hamburg – den grünen Justizsenator, der solche Verfahren durchgehen lässt, genauso wie den schwarzen Innensenator, der für den Klima-Killer in Moorburg prügeln lässt – verklagen.

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Urteil gegen Klima-Aktivistin wegen Baustellenbesetzung

März 20, 2009

In Hamburg kam es gestern erneut zu einer Verurteilung wegen der Aktionen gegen das im Bau befindliche Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg im Sommer während des Klimacamps. Der Vorwurf lautete auf Hausfriedensbruch, die Beklagte hielt dagegen, dass der Klimawandel ein größeres Übel ist, das mit der Aktion abgewendet oder zumindest abgemildert werden sollte.

Der Richter verhinderte dabei bereits im Vorfeld ein ordnungsgemäßes Verfahren, indem er der Angeklagten die Akteneinsicht verweigerte. Diese will daher in Revision gehen. Trotzdem führte das Verfahren bereits zu einer Verminderung des Strafmaßes: Während die Aktivistin vorher 500 Euro zahlen sollte, setzte der Richter nun “nur noch” 15 Tagessätze à 10 Euro fest.

Kletterer am 20.8.2008 auf der Kraftwerksbaustelle in Hamburg-Moorburg.

Kletterer am 20.8.2008 auf der Kraftwerksbaustelle in Hamburg-Moorburg.

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier die falschen auf der Anklagebank sitzen. Der Energiekonzern Vattenfall hatte den Prozess angestrengt, indem er Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erhob. Hier werden Menschen verurteilt, die gegen eine sozial wie ökologisch nicht haltbare Form der Energieerzeugung vorgehen, während der Konzern unbehelligt bleibt, der über den Klimawandel nicht nur Milliardenschäden in Kauf nimmt, sondern auch noch massiv soziale Ungleichheit verstärkt.

Hier eine Pressemitteilung zum Urteil:

Heute wurde vor dem Amtsgericht in Hamburg der Prozess gegen eine Aktivistin geführt, die im Rahmen des Klima- und Antirassismuscamps die Baustelle des Kohlekraftwerkes in Moorburg besetzt hatte. Der Prozess endete mit einer Verurteilung zu 15 Tagessätzen a 10 Euro wegen Hausfriedensbruch.

Die Angeklagte hatte im Sommer 2008 gemeinsam mit weiteren Personen über mehrere Stunden die Baustelle des von Vattenfall geplanten Kohlekraftwerks Hamburg Moorburg besetzt. Im heutigen Prozess thematisierte sie erneut ihr Anliegen. „Angesichts der drastischen Effekte, die der Klimawandel mit sich bringen wird und schon heute mit sich bringt ist der Neubau von Kohlekraftwerken absolut unvertretbar“ so Franziska. „Richter Phillip war eindeutig befangen, er verweigerte mir Einsicht in die Ermittlungsakten und die Herbeiziehung eines persönlichen Beistands.“

Die Angeklagte wird in Revision gehen, um Verfahrensfehler prüfen zu lassen. So wurden beispielsweise keine Zeugen vorgeladen, sondern lediglich aus Akten vorgelesen. Eine umfassende Beweisaufnahme ist das unter keinen Umständen. In einem ähnlichen Fall (es ging ebenfalls um eine Aktion gegen Vattenfall, es wurde damals gegen Hanna Poddig von Tschüss-Vattenfall wegen das Kleben eines Aufklebers verhandelt) wurde ein Urteil des Amtsgerichtes Altona wegen Sachbeschädigung vom Oberlandesgericht aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das Amtsgericht zurückverwiesen. „Ich bin optimistisch, dass auch dieses Urteil keinen Bestand haben wird“ so Franziska.

Der Staatsschutz, also die politische Abteilung der Polizei, war ebenfalls vor Ort. Dies zeigt, dass das Thema Vattenfall noch immer politisch hochbrisant ist.

In den nächsten Wochen (am 25.März und am 3.April) wird es zu weiteren Prozesse kommen gegen Menschen, die sich gegen das Kraftwerk in Moorburg engagiert haben. „Legitimer und wichtiger Protest wird hier von Seiten der Staatsanwaltschaft kriminalisiert“, so Hanna Poddig von Tschüss Vattenfall. „Wir wünschen allen Angeklagten viel Kraft für die juristische Auseinandersetzung und hoffen, dass es weiterhin zahlreiche bunte, kreative und vielfältige Aktionen gegen den Klimakiller Vattenfall gibt“.

Bericht bei wir-klimaretter.de