Archiv für November 2008

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Luftraus

November 25, 2008

Beim Surfen im Netz eine spannende Aktion gefunden, die sich ein paar Menschen anlässlich des Weltklimatags am 6.12. ausgedacht haben. Die Seite dazu ist Luftrauslassen:

Um den Klimaaktionstag am 06. Dezember werden wir in diversen Städten Luxusautos lahmlegen, die mehr als 250 g CO2 pro km verbrauchen und damit überdurchschnittlich zum Klimawandel beitragen. Wir wollen weder bleibende Schäden anrichten noch Menschen gefährden. Stattdessen werden wir den Klimakillern die Luft aus den Reifen lassen.

Die Verbrennung fossiler Rohstoffe trägt zu mehr als 60 Prozent zum globalen CO2-Ausstoß bei. Einen wesentlichen Anteil davon machen Erdöl und Erdölprodukte aus – beispielsweise in Verbrennungsmotoren von PKWs. Diese Emissionen werden vor allem in den reichen Industriestaaten verursacht: So gab es in den vier deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen 2005 mehr PKW als in Indien und China.

Unsere Aktionsziele sind zudem Autos, die sich auch in Deutschland nur GutverdienerInnen leisten können.

Dagegen wird die Bevölkerung des globalen Südens zuerst – nämlich schon jetzt – und am heftigsten von den Auswirkungen des Klimawandels getroffen.

Mit unserer Aktion wollen wir diese Herrschaftsverhältnisse angreifen und die kapitalistische Wirtschaftsordnung in Frage stellen, die das Erzielen von Profiten über das Leben und die Lebensgrundlagen von Menschen rund um den Globus stellt.

Viele Menschen in zahlreichen Städten werden sich der Aktion Luft raus! anschließen und rund um den Klimaaktionstag die Straßen für Klimakiller unsicher machen.

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Kopenhagen-Vorbereitung in Göttingen

November 13, 2008

Inzwischen ist einiges klarer geworden zum Kopenhagen-Vorbereitungstreffen am 22./23. November in Göttingen. Es gibt einen TO-Vorschlag und einen Ort für das Treffen:

Ort: Stiftung Arbeit und Leben Göttingen, Lange Geismar Straße 72-73

Zeit: Samstag, 22.11., 11.30 Uhr bis Sonntag, 23.11., 15.00 Uhr

Vorschlag für die TO:

Samstag
11:30 Anreise
12:15 Essen
13:00-14:00 Aufwärmen: Was ist in den letzten 2 Monaten bei Dir klimapolitisch passiert? Wo stehst Du oder Deine Gruppe gerade? (Runde und kreative Methoden)
14:15-15:00 Inhaltliche Debatte: Input zu Kopenhagen
15:00-16:30 Kleingruppen
1) Welche Interessen haben die Südländer im Kyotoprozess?
2) Welche Legitimität hat der UN Klimagipfel?
3) Was meint grüner Kapitalismus?
4) Warum spart Kyoto real kaum CO2 ein?
Pause
17:00-17:30 Die Kleingruppen präsentieren ihre Ergebnisse
Essen
19:00-21:00 Stand der Kopenhagen Mobilisierung. Es berichten Till und evtl. Friends of the Earth (angefragt)

Sonntag
09:00 Frühstück
09:30-11:30 Lokale Kämpfe am Beispiel des Bremer Klimaplenums
Pause
12:00-14:00 Klima – Antimilitarismus Strasbourg/Baden Baden NATO-Gipfel im April 2009
14:00-15:00 Wie geht’s weiter? Konkrete Verabredungen/nächste Treffen/Name unseres Kreises

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…für ein ganz anderes Klima – auch im Wendland!

November 13, 2008

Immer wieder wird behauptet, wer keine (neuen) Kohlekraftwerke wolle, der spiele der Atomlobby in die Hände. Denn diese wirbt damit, dass Atomkraftwerke im Betrieb ohne den Ausstoss von Kohlendioxid Strom produzieren können. Dabei bleibt freilich so einiges unberücksichtigt: Nicht nur, dass die Kraftwerke an sich schon energieaufwändig genaut wären, hinzu kommt eine lange Kette extrem aufwändiger Prozesse vom Uranabbau über die Anreicherung bis zur halbwegs sicheren Zwischenlagerung. Und wer den Einsatz von rund 18.000 Polizistinnen und Polizisten mit Räumpanzern, Wannen, Wasserwerfern und Helikoptern über knapp eine Woche einbezieht, kann wohl kaum mehr von einer klimafreundlichen Stromproduktion sprechen.

Auch der Atomausstieg muss sein - für ein ganz anderes Klima!

Auch der Atomausstieg muss sein - für ein ganz anderes Klima!

Um auf diesen Umstand hinzuweisen und um deutlich zu machen, dass sich Klimabewegung und Atombewegung nicht gegeneinander ausspielen lassen, haben sich zahlreiche Aktive der Klimabewegung auch am Widerstand gegen den Transport von hochradioaktivem Müll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins wendländische Gorleben beteiligt. Die Begründung dafür lieferte Tadio Müller, der an der Vorbereitung des Klimacamps in Hamburg beteiligt war, mit seinem Redebeitrag auf der Großdemonstration am Samstag in Gorleben: Letztlich gehe es beiden Bewegungen um eine andere Energiepolitik. Und „Sozialer Wandel kommt nicht von oben, er kommt nicht von alleine – sozialer Wandel kommt von unten!“ Ein ganz anderes Klima bleibt also genauso wie der Atomausstieg Handarbeit.

Ein weiterer Beitrag zum diesjährigen Widerstand war die Kampagne Castor08. Unter anderem von Aktiven aus dem Klimacamp-Vorbereitungskreis angeregt, gelang es der Kampagne, hunderte von Menschen in der Göhrde an die Castor-Schienenstrecke zu bringen. Dass dort dann Gleisschrauben fehlten und Schwellen verbogen waren, hat aber nichts mehr mit den Vorbereitenden zu tun… ;o)

Es zeigt sich: Energiepolitik ist wieder spannend geworden – beim Castor genauso, wie in der Klimabewegung!

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Einladung: Klimagipfel-Vorbereitung Kopenhagen 2009

November 8, 2008

Ein konkretes Ergebnis des Klimacamp-Auswertungstreffens war, dass der UN Klimagipfel im Dezember 2009 ein nächstes Ziel für die Beteiligten sein soll. Dort soll das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls abschließend verhandelt und beschlossen werden. Dass „Kyoto“ nicht die Probleme des Klimawandels löst und stattdessen zu einer Kapitalisierung von Umwelt und Atmosphäre beiträgt, sollte inzwischen klar geworden sein: Mit dem Verkauf von Verschmutzungsrechten – wie kann mensch ein Recht auf Verschmutzung einräumen?! und die sollen auch noch handelbar sein?! – wird der Weg für eine neue Phase des Kapitalismus, eine „grüne“ Phase geebnet.

Um zu Überlegen, wie es in Bezug auf Kopenhagen weitergehen soll – hierzu soll es sowohl inhaltliche Inputs geben als auch konkrete Mobilisierungsabsprachen -, wird es am Wochenende 22./23. November in Göttingen ein Treffen geben. Dies wird das erste Treffen für eine weiterführende klimapolitische Zusammenarbeit sein, in dessen Mittelpunkt die Mobilisierung für Kopenhagen stehen wird, aber auch andere Schwerpunktthemen diskutiert werden. Dazu gehört auch wieder die Neubestimmung und Weiterentwicklung eines linken/linksradikalen Zugangs zum Thema.

Sobald Ort, Zeit und Vorschlag für eine Tagesordnung bekannt sind, gibt es weitere Informationen hier!

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Emissionshandel als Beitrag zum grünen Kapitalismus

November 6, 2008

Bereits seit seiner Verhandlung gibt es Kritik am Kyotoprotokoll, das unter anderem den Emissionshandel und den so genannten Clean Development Mechanism (CDM) eingeführt hat. Zwar wurde das Protokoll bei seiner Einführung – auch in der (ökologischen) Linken – als ein erster Schritt nach vorne angesehen, um den Ausstoss von Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Treibhausgasen zu reduzieren; aber selbst wenn diese Hoffnung bestand, die aktuellen Zahlen belegen, dass das Kyotoprotokoll nicht zu einer tatsächlichen Reduktion des Ausstosses von Klimagasen geführt hat. Warum Emissionshandel, CDM und so weiter aus einer linken, kapitalismuskritischen Sicht keineswegs positiv sind, erklärt zum Beispiel Kevin Smith von carbontradewatch:

Ein zweites Video zum CDM gibt es unter

http://www.youtube.com/watch?v=_xG8Hpnagg0

und schließlich noch ein drittes hier:

http://www.youtube.com/watch?v=uk9Ev91jjQ8
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Internationaler Aufruf zur Mobilisierung nach Kopenhagen

November 3, 2008

Die ersten Treffen gab es schon, um die Proteste im Dezember 2009 in Kopenhagen vorzubereiten. Dort wird eine Klimakonferenz stattfinden, auf der ein Nachfolgeprotokoll für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden soll. Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt werden zusammenkommen, um in Kopenhagen eine Vereinbarung zu treffen, wie es mit den Klimavereinbarungen auf internationaler Ebene nach 2012 weitergehen wird. Bisher sind weiterhin nur Vorschläge im Gespräch, die weder die historische Schuldenlast des globalen Nordens berücksichtigen, noch die sozialen Dimensionen des Klimawandels angemessen einbeziehen.

Hier eine Übersetzung des englischsprachigen Aufrufs:

A Call to Climate Action

Wir stehen an einem Scheideweg. Die Tatsachen liegen auf der Hand: Der menschengemachte Klimawandel ist eine Realität, er bedroht das Leben und die Existenzgrundlagen von Milliarden von Menschen, das Überleben von Millionen von Tierarten. Soziale Bewegungen, Umweltgruppen und Wissenschaftler_innen aus aller Welt rufen dazu auf, schnell und radikal zu handeln.


Am 30. November 2009 werden sich in Kopenhagen die Staats- und Regierungschefs der Welt zur 15. UN Klimakonferenz (COP-15) versammeln, zum größten Klimagipfel jemals. Aber: das Resultat vorheriger derartiger Treffen war bisher immer nur „business as usual“.


Es gibt Alternativen zum momentanen Kurs, der uns marktorientierte Strategien und „Agrosprit“ als angebliche Lösungen des Problems vorgaukelt. Wenn wir das Überleben der Menschheit über Profitinteressen stellen und Solidarität über Kosten-Nutzen-Denken, dann ist ein gutes Leben für alle möglich, ohne dabei unseren Planeten zu zerstören. Wir müssen fossile Brennstoffe im Boden lassen und statt dessen in gemeinschaftlich verwaltete, erneuerbare Energie investieren. Wir müssen die Spirale exzessiver Produktion und exzessiven Konsums stoppen. Wir fordern gleichen Zugang für Alle zu den weltweiten Gütern, durch gemeinschaftliche Kontrolle und Verfügung über Energie, Wälder, Land und Wasser. Und natürlich müssen wir die historische Verantwortung des reichen, globalen Nordens für die Krise, in der wir uns befinden, anerkennen. Ohne einen Ausgleich zwischen Nord und Süd kommen wir nicht weiter.


Die Auswirkungen des Klimawandels sind schon heute spürbar – insbesondere für Frauen, Indigene, Menschen, die Wälder als ihre Lebensgrundlage benötigen, Kleinbauern, marginalisierte Gemeinschaften und verarmte Großstadtgebiete, die schon lange soziale und ökologische Gerechtigkeit fordern. Diese Forderung wurde von Aktivist_innen und Organisationen aus 21 Ländern aufgegriffen, die sich am 13. und 14. September in Kopenhagen trafen, um dort die Diskussion über eine Mobilisierung während der UN Klimakonferenz 2009 zu beginnen.


Der 30. November 2009 ist auch der zehnte Jahrestag der Blockade des Welthandelsgipfels in Seattle, welche die Entschlossenheit und Kraft globaler sozialer Bewegungen deutlich machte. Wir rufen alle Menschen weltweit dazu auf, kraftvoll zu mobilisieren und einzugreifen: gegen die Ursachen des Klimawandels und gegen die verantwortlichen Akteure, in Kopenhagen und weltweit. Diese Mobilisierung zum COP-15 Gipfel beginnt jetzt, geht aber auch darüber hinaus! Die Prozesse in Kopenhagen und anderswo sind aber noch in der Planungsphase, also haben wir jetzt noch die Zeit, kollektiv zu entscheiden, wie diese Mobilisierung aussehen wird, unsere Vorstellungen der Zukunft einzubringen, zu entwickeln und sie zu gestalten. Mach mit!


Wir ermutigen alle, anzufangen, auf lokaler Ebene zu mobilisieren. Es ist höchste Zeit, die Kontrolle über unsere Leben zurück zu nehmen. Sie liegt in unseren Händen. Hoffnung ist nicht nur ein Gefühl, es geht darum zu handeln. Um bei diesem offenen Prozess mitzumachen, tragt Euch in die Email-Liste ein: climateaction[ätt]klimax2009.org