Archiv für Februar 2009

h1

Pressereaktionen auf den ersten Klimacamp-Prozess

Februar 12, 2009

Hier das, was die Presseauswertung zum ersten Prozess gegen einen Klimacamp-Aktivisten ergeben hat:

—————————————–
Weitere Infos zu Repression im Rahmen des Doppelcamps:

Antira-Klimacamp08: Verfahren u. Bußgelder
http://de.indymedia.org/2009/02/241342.shtml

AntiRa/Klima-Camp: Bußgeld wg. Ilisu-Aktion
http://de.indymedia.org/2009/01/240482.shtml

h1

Urteil gegen Klimacamp-Pressesprecher

Februar 11, 2009

Das erste Urteil zum Klimacamp ist gesprochen: Eine Reduzierung des Strafbefehls von 660 Euro auf 150 Euro brachte der Richterspruch des Amtsgerichts Hamburg-Harburg. Aber nicht den geforderten Freispruch! Dabei war das Verfahren von Fehlern durchzogen: Da behautet der Richter in der Urteilsbegründung, die Spontanbesetzung und -demonstration am Mittwoch des Klimacamps sei „schon Tage vorher in der Zeitung angekündigt“ gewesen und stellt fest, der betroffene Polizist hätte doch gar keinen Grund zu lügen. Den Hauptkritikpunkt, dass der ganze Polizeieinsatz rechtswidrig war, lässt der Richter unbeachtet – und folgt dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Aber auch die hat im Lauf des Prozesses einsehen müssen, dass die Anklage gegen den damaligen Pressesprecher des Klimacamps auf tönernen Füßen steht – und ist im Strafmaß weit hinter den ursprünglichen Strafbefehl zurück gegangen.

Trotzdem kündigt der Verurteilte direkt nach dem Prozess der Presse an, in Revision zu gehen. Zahlreiche Journalisten hatten den Prozess verfolgt und die Unzulänglichkeiten des Richterspruchs mitbekommen.

Hier die Pressemitteilung von Gegenstrom08:

+++ Verurteilter Klimacampsprecher kündigt Einspruch an+++

+++ Gegenstrom: Haltlose Vorwürfe gegen engagierten Klimaschützer +++

Zur heutigen Verurteilung von Klimacampsprecher Tadzio Müller durch das Amtsgericht Hamburg-Harburg erklärt die Aktion Gegenstrom08:

Das Amtsgericht Hamburg-Harburg hat den Klimacampsprecher Tadzio Müller heute wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je 10 Euro verurteilt. Er wird gegen dieses Urteil vorgehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, sich bei der Räumung einer von der Polizei aufgelösten Kundgebung vor der Kraftwerksbaustelle in Moorburg im August 2008 an anderen Demonstranten festgehalten zu haben. „Der Vorwurf des aktiven Festhaltens stellte sich in der Verhandlung als völlig unhaltbar heraus.“, so Gegenstrom-Sprecher Felix Pithan. Müller wurde dennoch verurteilt, weil der Richter einem Polizeibeamten glaubte, der durch eine Rückenbewegung des Aktivisten gestolpert sein will. „Hier sollte um jeden Preis der Sprecher des Klimacamps verurteilt werden, das Land will die Anti-Kohle-Bewegung einschüchtern.“, kommentiert Pithan das Urteil.

Dabei ignorierte das Gericht, ob die Auflösung der Kundgebung durch die Polizei überhaupt rechtmäßig war. Sie hatte die Versammlung als unpolitische Musikveranstaltung bezeichnet. „Die Demonstration gegen das Kraftwerk Moorburg direkt vor der Baustelle war eine politische Versammlung mit Transparenten und Flugblättern. Das Vorgehen der Polizei dagegen ist reine Willkür, die wir nicht hinnehmen werden“, begründet Tadzio Müller den Einspruch gegen das Urteil.

Die Strafe fiel deutlich geringer aus als der ursprüngliche Strafbefehl von 600 Euro. „Das Gericht hat gemerkt, dass die Anklage auf wackeligen Füßen steht. Aber wir nehmen nicht hin, dass Klimaschutz als Straftat gilt.“, so Pithan weiter.

Das heutige Urteil illustriert gut die Forderung von Innensenator Ahlhaus, Widerstand wegen der „zunehmenden Gewalt gegen Polizisten“ schärfer zu bestrafen. „Ahlhaus will wohl noch öfter mit erfundenen Vorwürfen gegen politisch missliebige AktivistInnen vorgehen. Dem werden wir entschieden entgegentreten.“ erklärt der Gegenstrom-Sprecher.

h1

Morgen: Prozess gegen Moorburg-Aktivisten

Februar 9, 2009

Heute fand in Hamburg eine Pressekonferenz anlässlich des morgigen Prozesses gegen einen Aktivisten des Klimacamps statt. Dem Betroffenen wird vorgeworfen, aktiven Widerstand gegen die Auflösung einer Versammlung durch die Polizei geleistet zu haben.

Am Mittwoch, den 20. August, hatten sich nach einer spontanen Demonstration zur Kohlekraftwerksbaustelle in Hamburg-Moorburg rund 100 Menschen auf die Straße gesetzt, weil die Polizei die Versammlung auflöste – mit der absurden Begründung, es werde Musik gespielt! Während alle Teilnehmer/innen „nur“ Bußgeldbescheide wegen einer Ordnungswidrigkeit bekamen – und dagegen Widerspruch einlegten -, erhielt Tadzio Müller, ehemaliger Pressesprecher des Klimacamps, einen Strafbefehl wegen Widerstands. Das ganze sieht nach einem politischen Racheakt aus, denn: Während die Klima-Aktivisten mit aller Macht des Staates verfolgt werden, verlaufen die Untersuchungen gegen brutale Polizisten im Sande.

Der Prozess findet morgen, Dienstag, den 10.2., um 12 Uhr am Amtsgericht Hamburg-Harburg (Buxtehuder Str.) statt. Unterstützung ist wilkommen!

Pressekonferenz wegen Repression von Klimaprotesten

Pressekonferenz wegen Repression von Klimaprotesten

Hier die Pressemitteilung von Gegenstrom zum Prozess:

Read the rest of this entry ?

h1

Für ein ganz anderes Ganzes! – Treffen in Berlin 6.-8. Februar

Februar 5, 2009

Für ein ganz anderes Ganzes! – Einladung zum bundesweiten Kopenhagen- und Klima-Aktionstreffen am 6./7./8.2. in Berlin

im Dezember 2009 findet in Kopenhagen der nächste Weltklimagipfel statt. Die internationale Mobilisierung dorthin ist im Anlaufen, und auch wir (das sind in diesem Falle verschiedene Zusammenhänge, die aktiv am Klima- und Antiracamp in Hamburg 2008 beteiligt waren) wollen uns dort einbringen. Ausserdem wollen wir mehr werden, lokale Praxen entwickeln, und das Klimathema aus der Ökologienische raus dorthin bringen, wo es unserer Meinung nach hingehört: Hinein in die sozialen Bewegungen und Kämpfe.

Hier ein kurzer Überblick zum Treffen (Vorschlag zu Tagesordnung im Anhang):

Klima 2.0 – Diskussionveranstaltung zu Klima und Kopenhagen(mit Film) Am Freitag 6.2., 20 Uhr, im Cafe Grössenwahn (K9 – Kiezingerstr. 9 – nähe U Samariterstr. )

Ziel ist es einerseits, interessierten Menschen eine kurze Einführung in die Themenbereiche Klimawandel, Klimapolitik (COP 15/Kopenhagen-Prozess) sowie zum Stand der internationalen Klimabewegung (WSF Belem, climax) zu geben. Andererseits wollen wir miteinander diskutieren, warum wir das Thema wichtig finden, warum wir nach Kopenhagen mobilisieren (sollten), und was das alles mit Weltwirtschaftskrise und globalen sozialen Rechten zu tun hat. Im Anschluss an die Diskussion zeigen wir einen Film über die letzten Wochen vor der Räumung des selbstorganisierten Jugendzentrums (Ungdomshuset) Jagtvej 69 in Kopenhagen 2007.

Kopenhagen-Klima-Aktionstreffen, Samstag, 7.2., 10 – 20 Uhr, und Sonntag, 8.2., 9.30 bis 15.00 in den Räumen der Schule für Erwachsenenbildung (SfE) im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, U-Bhf. Mehringdamm in Kreuzberg.

Der Samstag ist schwerpunktmässig der Kopenhagen-Mobilisierung gewidmet. Dabei werden wir uns Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen und für inhaltliche Diskussionen nehmen. Am Sonntag geht es um lokale Praxen, Vernetzung von Kämpfen und konkrete Aktionen in der Zeit bis Kopenhagen. Weitere Details stehen in der (vorläufigen) Tagesordnung im Anhang.

Es wäre gut wenn ihr euch zu Treffen anmelden könntet unter: gegenstrom-berlin[ätt]so36.net

Falls ihr Schlafplätze braucht bitte bei der Anmeldung angeben. Bis zum Treffen in Berlin – für ein ganz anderes Klima!