Archiv für Juni 2009

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Klimaflüchtlingslager im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens aufgebaut!

Juni 23, 2009

Und hier noch Infos von einer Aktion am Abschiebe-Flughafen Frankfurt:

Vorbeikommende Fluggäste und Beschäftigte staunten nicht schlecht, als gestern/Freitag nachmittag im Terminal 1 eine größere Reisegruppe ihre Rollkoffer und „Kanak Attak“-Tüten auspackte und rund 150 Minizelte vor der Abflugtafel im Bereich B plazierte. Bereits am Vortag war das Klimaflüchtlingslager des Künstlers Hermann Josef Hack mit 600 Zelten in voller Größe in der Offenbacher Innenstadt aufgebaut worden, und am Abend hatten etwa 70 Interessierte das Diskussionsforum unter dem Titel Klima, Flucht, Flughafen besucht. Warum das Klimaflüchtlingslager dann am Frankfurter Flughafen Station machte, wurde den Umstehenden in zweisprachigen Flyern mit folgendem Text zu vermitteln versucht.

Klimaflüchtlingslager

Der Klimawandel macht schon jetzt über 25 Millionen Menschen weltweit heimatlos. Klimaflüchtlinge sind Menschen, die aufgrund von Dürre, Überflutung und anderen Umweltkatastrophen ihre Herkunftsländer verlassen müssen. Wir, in den wohlhabenden Regionen, haben durch unseren Lebensstil dazu beigetragen, dass es die Ärmsten am härtesten trifft. Ist es da nicht ihr Recht, für sich und ihre Familien ein sicheres, besseres Leben zu suchen? Und unsere Pflicht, diejenigen aufzunehmen, die alles verloren haben? Stattdessen werden jeden Tag 10 bis 15 Menschen gegen ihren Willen vom Frankfurter Flughafen aus abgeschoben. Die militärische Auf-rüstung der EU-Außengrenzen hat jedes Jahr Tausende ertrunkener Bootsflüchtlinge zur Folge. Wie wird unsere Welt aussehen, wenn sich die Migrationsbewegungen unter dem Eindruck des Klimawandels weiter verstärken? Werden die Grenztruppen das Feuer auf Flüchtlinge eröffnen?

Mit seinem Klimaflüchtlingslager macht der Künstler Hermann Josef Hack das Schicksal der bis zum Jahr 2050 auf über 200 Millionen geschätzten Klimaflüchtlinge sichtbar. Seine Mini-Zelte standen schon vor dem Reichstag, dem Brandenburger Tor, in Dresden, Leipzig und anderen Städten, demnächst in Hannover, London und New York. Nur wenn wir jetzt den Klimawandel stoppen, werden wir die absehbare Katastrophe verhindern! Nicht Abschiebung und Ausgrenzung können die Lösung sein, sondern gemeinsamer Einsatz gegen den Klimawandel und Hilfe für alle, die bereits fliehen mussten.

Weitere Informationen:
www.hermann-josef-hack.de
www.aktivgegenabschiebung.de

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KlimaaktivistInnen kündigen Schwarzfahren an – Gegenstrom Hamburg: „Freie Fahrt fürs Klima heißt kostenloser HVV – das ganze Jahr“

Juni 23, 2009

Hier eine Pressemitteilung zu einer Aktion, die letzte Woche in Hamburg stattgefunden hat:

Am Donnerstag, den 18.6. haben KlimaaktivistInnen unter dem Motto „Freie Fahrt für`s Klima“ für einen kostenlosen HVV protestiert. Die als Piraten verkleideten AktivistInnen „enterten“ eine Fähre des HVV und erklärten sie zum ticketfreien Gebiet. Die Schwarzfahraktion war im Vorfeld öffentlich angekündigt worden.

Um 16 Uhr sammelten sich immer mehr als Piraten verkleidete Menschen auf der Fußgängerbrücke vor der S-Bahnstation Landungsbrücken. Kurze Zeit später machten sich über 50 der Piraten auf zum Schwarzfahren. Doch statt wie erwartet in die Bahn-Station einzubiegen stürmten sie die Treppen zu den Landungskais herunter und enterten eine HVV-Fähre. Dort wurde ein Transparent „HVV UMSONST – für immer“ entrollt.

Bevor es zu einer Konfrontation mit der sichtlich überforderten Polizei kommen konnte, beendeten die Aktivistinnen die Aktion wieder und zerstreuten sich in alle Winde, ohne dass es zu Festnahmen oder
Personalienfeststellungen gekommen wäre.

„Man muss bei einem solchen Aufruf damit rechnen, dass die Hochbahnwache in diesem Gebiet verstärkt kontrollieren wird“, hatte HVV- Sprecher Christoph Kreienbaum noch im Vorfeld in der MOPO gedroht. Doch von dem Entern der Hafenfähre waren Kontrolleure und Polizisten völlig überrascht. „Unterschätze niemals einen Piraten!“ belehrt Jens Fischer, Sprecher von Gegenstrom Hamburg den HVV.

Dabei richte sich die Aktion nicht gegen den Verkehrsverbund. „Wir wollen das der HVV gestärkt wird“ so Fischer. „Der HVV Klimatag am 21. Juni weist in die richtige Richtung. Freie Fahrt für’s Klima brauchen wir aber jeden Tag. Hamburg muss ernst machen mit Klimaschutz und Schluss mit dem Autowahn. Um das Recht eines jeden auf Mobilität zu garantieren braucht die Stadt einen kostenlosen HVV. Im reichen Hamburg sind viele Erwerbslose und Arme ausgeschlossen vom gesellschaftliche Leben, einzig und allein weil sie sich die horrenden Ticketpreise nicht leisten können. Dabei werden Millionen aus Steuergeldern ausgegeben, damit sich Luxusschlitten und LKWs durch die Stadt drängeln können“.

Die Schwarzfahraktion fand im Rahmen des Aktionstages „Ziviler Ungehorsam“ als Teil des Bildungsstreiks statt. Viele protestierende SchülerInnen und Studierende beteiligten sich. „Der Forderung nach freiem und kostenlosen Zugang zur Bildung können wir uns nur anschließen. Klimaschutz heißt auch über den eigenen Tellerrand zu schauen und die dramatischen Veränderungen als soziales Problem zu begreifen.“ so Fischer.

Außerdem gab es dazu Presseberichte:
Phantasievoller Coup (taz)
Proteste gegen Bildungspolitik (MoPo)

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Aktivist/innen blockieren Klimaverhandlungen in Bonn

Juni 18, 2009

AktivistInnen des Klima!Bewegungsnetzwerks haben heute morgen den Eingang zum Maritim-Hotel in Bonn blockiert, in dem zur Zeit die Verhandlungen für ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll stattfinden. „Das Kyoto-Protokoll ist Teil des Problems und nicht der Lösung. Es hat profitable Märkte für Emissionshandel geschaffen, während der globale CO2-Ausstoß weiter steigt.“, erläutert Aktivistin Kim Hagen.

Vor Beginn der heutigen Verhandlungen blockierten die AktivistInnen mit einem Banner den Eingang zum Hotel, bis sie von UN-Beamten abgedrängt wurden. Die Aufschrift des Banners lautete „Don’t trade off climate! – CDM = Colonial Destruction Management“.

Insbesondere die neoliberalen „flexiblen Mechanismen“ des Kyoto-Protokolls ermöglichen es den Hauptverschmutzern, ihre ohnehin lächerlich geringen Reduktionsvorgaben noch zu umgehen. Gleichzeitig bedrohen Projekte des „Clean Development Mechanism“ die Rechte und Lebensgrundlagen von Indigenen, die etwa für Forstprojekte von ihrem Land vertrieben werden. Bestehende koloniale Ausbeutungsstrukturen werden dadurch verschärft. „Hier werden falsche Lösungen für den Klimawandel auf dem Rücken derer ausgetragen, die ihn am wenigsten verursacht haben.“, so Kim Hagen weiter.

Das Klima!Bewegungsnetzwerk fordert dagegen eine grundlegende soziale Wende. „Nötig ist ein Bruch mit dem kapitalistischen Wachstumszwang. Klimaschutz muss gegen die Interessen mächtiger Konzerne erkämpft werden.“ erklärt Kim Hagen.

Die heutige Aktion war der Auftakt für die Proteste gegen den COP15-Gipfel im Dezember. Das Klima!Bewegungsnetzwerk kündigt an, den Gipfel in Kopenhagen massiv zu stören. „Die Zeit des Wartens ist vorbei.“, so Kim Hagen.

Das Klima!Bewegungsnetzwerk ist aus dem ersten deutschen Klimacamp im Sommer 2008 in Hamburg entstanden. In immer mehr Ländern wächst mit den Klimacamps eine Klimabewegung von unten.

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Climate Action Summer Europe – ein Fahrplan

Juni 17, 2009

Internationales Vorbereitungstreffen zum Klimagipfel in Kopenhagen im
Dezember: 18.-21.6., Kopenhagen, http://www.climateaction09.org/

Squat Tempelhof, Flughafenbesetzung in Berlin, 20.6.,
http://tempelhof.blogsport.de/

Fahrradkarawane von Hamburg zum Klimacamp in Kopenhagen: 5.7.-12.7.,
http://cyclingforchange.blogsport.de/

Klimacamp in Kopenhagen: 11.7. – 19.7., irgendwo an der Kueste bei
Kopenhagen

Schweizer Klima – Workshop – Festival, 12.7.-19.7., nahe Bern;
http://www.netzwerkzeug.org/

Sommercamp im Wendland, 16.-26.7., Gedelitz http://wendlandcamp.de/2009/

Saving Iceland Aktionssommer ab 18.7., http://savingiceland.puscii.nl

(Anti-)Nuclear Climate Camp in Finland: 20.7. – 26.7.,
http://www.nuclearfreefinland.org/

Hollaendisch-Belgisches Klimacamp, bei Antwerpen, 2.8.-9.8.,
http://www.klimaatactiekamp.org/

Scotland Climate Camp, 3.8.-10.8., http://climatecampscotland.org.uk

Frankreich Camp Climat gegen Flughafenneubau bei Nantes, 3.8.-10.8.,
http://avenirclimat.info/index.php, http://acipa.free.fr/

Climate Camp in South Wales, 13.8.-16.8., http://climatecampcymru.org/

Klimacamp Rhein-Main, 14.8. – 23.8., Kelsterbach,
http://klimacamp2009.blogsport.de/

Climate Camp in Ireland, 15.8. – 23.8., http://www.climatecamp.ie/

UK Climate Camp in der Londoner City, 27.8.-2.9, http://climatecamp.org.uk

28.8.-5.9. Anti-atom-treck nach Berlin zur Bundesweiten Anti-atomdemo
Mal richtig abschalten! (5.9.), mit linksaktivistischem klimablock!;
http://www.anti-atom-treck.de/

… immer gut fuer klimaaktionsinfos hierzulande:

www.klima.blogsport.de
www.rising-tide.de
www.gegenstrom.net
und
www.climateaction09.org

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Mit dem Fahrrad für ein ganz anderes Klima – auf nach Kopenhagen!

Juni 16, 2009

Passend zum Verkehrs-Aktionstag, den es in Bremen gegeben hat:

Der fossile Kapitalismus hat ausgedient. Die Folgen von Wirtschaftskrise und Klimawandel sind nicht mehr zu ignorieren und treffen zuallererst die armen Regionen des globalen Südens, führen dort zu Vertreibung, Flucht und Ausbeutung.

Um Gegenperspektiven zur herrschenden Klimapolitik aufzuzeigen, findet unter dem Motto „cycling for change!“ von Hamburg aus eine Fahrradkarawane zum Klimacamp in Kopenhagen statt. Die Tour wird von allen Teilnehmenden gemeinsam organisiert werden; wir werden auf dem Weg Veranstaltungen und Aktionen durchführen, solidarisch leben, diskutieren und feiern. Meldet euch jetzt an, kommt mit und macht das Fossil platt!

Hamburg-Kopenhagen // 4.-12.Juli // www.cyclingforchange.blogsport.de